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Archive for the ‘Erstsemester und Studienbeginn’

Es gibt ein Leben nach dem Abi!

April 16, 2010 By: Lena Category: Abitur, Allgemeines, Erstsemester und Studienbeginn No Comments →

Jetzt glühen die Köpfe zahlreicher Schüler, die in diesen Tagen ihr Abitur hinter sich bringen. Ich erinnere mich noch genau, wie ich mich damals gefühlt habe, während ich am Schreibtisch über meinen Büchern gebrütet und angespannt auf den Beginn der Prüfung gewartet habe. Jetzt bloß alles gut über die Bühne bringen, auf das man lange hingearbeitet hat und gleichzeitig die Frage, was wohl anschließend kommen wird.
Zuerst einmal feiern, klar, dann auch wieder Zeit für die kleinen, schönen Dinge des Lebens haben, die in der Vorbereitungszeit zu kurz gekommen sind, vielleicht ein Urlaub und dann?
Während man lange Zeit in einem System mit klaren Strukturen eingebunden war, wird man auf einmal  in die Freiheit entlassen und muss sich neu orientieren. Eine Orientierungsphase, die sich nach Studienabschluss übrigens wiederholt und, meiner Meinung nach, auch mit ein paar Jährchen mehr auf dem Buckel keineswegs leichter zu bewältigen ist.  Auch hier sind die Möglichkeiten schließlich zahlreich, erst recht, wenn man nicht auf einen bestimmten Beruf hin studiert hat.
Bei Jungs steht nach der Schule häufig zunächst mal der Bund oder der Zivildienst auf dem Programm. Auch andere wissen schon ziemlich konkret, wie es für sie erst einmal weitergeht.
Eins ist dabei sicher: Egal welchen Weg man einschlägt, er wird sicherlich ganz anders sein als die Schule. Auch wenn man sich sofort nach dem Abitur entschließt ein Studium aufzunehmen, stellt man schnell fest, dass der Deutschunterricht keinesfalls nahtlos in einem Germanistikstudium fortgesetzt wird und das Biologieunterricht was anderes ist als ein Biologiestudium.
Ich erinnere mich noch genau an unser erstes Stufentreffen nach dem Abitur. Einer hat von seinem Zivildienst in Israel berichtet, einige hatten eine Lehre aufgenommen, andere waren für ihr Studium in eine andere Stadt gezogen und haben von WG-Partys und kauzigen Professoren berichtet und manche waren als AuPair im Ausland und über Weihnachten ein paar Tage zu Hause bei der Familie.
Auf jeden Fall waren wir alle um ein paar wichtige Erfahrungen reicher und hatten viel zu erzählen. Das ist ja das Gute an Umbruchsituationen: Es sind sehr spannende, wenn auch nicht immer ganz einfache Zeiten. Du solltest dich also auf die Zeit nach dem Abitur freuen :-) !

Das Grauen der Erstsemester

April 14, 2010 By: Simone Category: Abitur, Erstsemester und Studienbeginn, Studium No Comments →

Erinnern wir uns nicht alle gern zurück an die Zeit, als das Abitur endlich geschafft und jede Menge Partys und Freizeit in Aussicht standen? Tja, die ging wohl ziemlich schnell vorbei.
Kaum wagt man sich dann an etwas neues und fängt an zu studieren, muss man wieder ganz von vorne beginnen. Während in der Schule die Kleinen noch zu uns hoch sahen (jedenfalls bildete man sich das gern ein) und die Lehrer, zumindest manche, schon fast zu Kumpels wurden, ist jetz alles wieder anders. Das erinnert mich schon sehr an die Zeit als Erstklässler, als man so gar nicht wusste, was da auf einen zukommt.
Die alten Bummelstudenten schauen dich mitleidig an, wenn du den richtigen Raum suchst oder nach einigermaßen aussagekräfigten Informationen Ausschau hälst. Es überkommt einen das Gefühl, dass das erste Aussieben von Studenten nicht mit den Prüfungen, sondern schon mit dem ersten Tag des Semesters beginnt. Nur wer sich in dem ganzen Quaos zurecht findet, kommt durch.
Erst mit der Zeit begreift man dann auch, dass es allen so geht und man wenigstens nicht allein ist, mit seiner Orientierungslosigkeit. Letzendlich vergeht die Zeit als Erstsemester schneller, als man glaubt. Wie im übrigen auch die darauf folgenden Semester. Leider gilt das aber auch für die schöne Zeit, vor allem während der Semesterferien. :D

Wohin mit dem Numerus Clausus?

April 07, 2010 By: Simone Category: Abitur, Erstsemester und Studienbeginn, Karriere, Studium No Comments →

Nachdem unser Gesundheitsminister das Thema gerade angesprochen hat, möchte ich heute mal auf den allseits verhassten Numerus Clausus eingehen. Aufgrund des anstehenden Ärztemangels wurde ja die Forderung erhoben den NC abzuschaffen. Sicher ist: Mit seiner These, dass ein 1,0 Abi noch keinen guten Arzt garantiert, bzw. ein 3,0 Durchschnitt noch niemanden als Versager klassifiziert, hat er wohl recht. Auch die hohen Zahlen an Studienabbrechern, egal ob im Medizinstudium, bei den Juristen , BWLern, Psychologen und wo nicht noch überall, zeigen, dass kein NC dies verhindern kann. Nur weil man einen der begehrten Studienplätze errungen hat, heißt das noch lange nicht, dass auch jeder sein Studium eiskalt durchzieht, ganz egal, ob es ihm zusagt oder nicht. Im Zuge eines sich immer weiter verschärfenden Wettbewerbs um Studienplätze (siehe doppelter Jahrgang, der bald seinen Abschluss macht), wäre es an der Zeit, stärker um seine Studenten zu werben. Und bitte nicht nur um die Einserschüler! Nur weil man schlecht in Bio und Sport und vielleicht Physik war, disqualifiziert das doch noch niemanden Psychologie zu studieren.
Immerhin haben die Unis den Trend erkannt, indem verstärkt auf Auswahlprozesse durch Wissens- und Einstufungstests gesetzt wird. Auch wurden längst Reformen durchgesetzt, nach denen die Hochschulen sich ihre Studenten selber aussuchen dürfen.
Da erscheint doch der Numerus Clausus als Relikt einer längst vergangenen Epoche. Ihn abzuschaffen wäre wirklich keine Schande und sollte nicht nur für das Fach Medizin diskutiert werden. Die verantwortlichen Kultusminister der Länder sehen das derzeit leider noch etwas anders.
Neben den Studenten würden sich über eine Abschaffung des NC vor allem die Österreicher freuen, die sich schon seit längerem von deutschen NC-Flüchtlingen überrannt fühlen.

Was Studien so nicht sagen

März 11, 2010 By: Simone Category: Entwicklung, Erstsemester und Studienbeginn, Karriere, Studium No Comments →

In Zeiten, in denen Studenten auf die Straße gehen, um gegen Studiengebühren und Studienreformen zu demonstrieren, sollte man meinen, die Zahlen der neu angemeldeten Studenten würden eher sinken. Anscheinend sind die Meldungen über besetzte Hörsäle und ein wachsendes Arbeitspensum gestresster Studenten aber doch nicht so abschreckend, wie eine neue Befragung des HIS zeigt.
Demnach ist der Trend sinkender Studierquoten gestoppt und auch Abiturienten aus “hochschulfernen Elternhäusern” immatrikulieren sich vermehrt.
Dass sich damit die immer wieder bemängelten herkunftsspezifischen Unterschiede an den Hochschulen verringern, ist natürlich eine schöne Nachricht. Die Gründe, wieso das so ist, wurden aber nicht untersucht.

Es ist nicht schwer, einen Zusammenhang zwischen Wirtschaftskrise, Zukunftängsten und wachsendem Leistungsdruck, sich in der Gesellschaft zu behaupten, auszumachen. Schließlich ist es unmöglich, den Debatten über unzumutbar niedrige Gehälter, nahe dem Hartz IV Niveau und laufenden Horrorszenarien über Dauerarbeitslosigkeit und Armut im Alter zu entgehen.
Und ganz ehrlich, es ist nicht schön, sich an seiner Abiturfeier in einer Rede vom Schuldirektor anhören zu müssen, wie düster unsere Zukunftsaussichten sind!

Geht diese Entwicklung mit gutausgebildeten Akademikern und hochmotiviertem Spitzenpersonal einher, ist ja alles wunderbar! Die Berichte von überforderten Studenten, die sich dem wachsenden Druck nicht mehr gewachsen sehen und psychische Probleme bekommen, zeigen aber ein ganz anderes Bild auf.

Plädoyer für die Geisteswissenschaften

März 04, 2010 By: Vera Category: Erstsemester und Studienbeginn, Karriere, Praktikum und Job, Studium No Comments →

Manchmal kommt es einem so vor, als würde man als Geisteswissenschaftler an einer Art permanenten Katzentisch sitzen: regelmäßig informieren Rankings darüber, wie wenig gefragt man sei, Stellenangebote sind formuliert als gebe es einen nicht, und Reaktionen in der Verwandtschaft wie auf WG-Partys reichen von verständnislos bis mitleidig.

Heißt das aber, man sollte erst gar kein geisteswissenschaftliches Studium beginnen? Das hieße sich einem unbegründeten Hype anzuschließen, der im Moment nur die naturwissenschaftlichen Disziplinen mit gesellschaftlichem Ansehen auszeichnet. Es hieße auch, der Chimäre eines Studiums mit klarer Berufsausrichtung auf den Leim zu gehen – das de facto nicht existiert, trotz aller Bolognabemühungen dies zu ändern.

Es gibt nämlich schlichtweg kein Hochschulstudium, das direkt auf den einen, klar definierten Beruf vorbereitet. Dafür ist es ja ein Studium an einer Universität, das schließlich theoretisches Wissen vermitteln soll. Außerdem sind die Zeiten, in denen man überhaupt einen bestimmten Beruf (von Ausnahmen wie Jurist oder Mediziner einmal abgesehen) anstrebte, eindeutig vorbei. Auch ein Informatikstudium schützt einen nicht davor, verschiedenste Tätigkeitsbereiche abdecken zu müssen.

Mir liegt es fern, Horrorszenarien zu skizzieren. Ich möchte nur auf ein Phantasma hinweisen, das Geisteswissenschaftlern mit Hingabe vorgehalten wird, während es in der Tat alle Studenten betrifft. Es ist das Kompetenzgespenst, das im Moment alle umzutreiben scheint. Es ist die Illusion zu glauben, man könnte am Ende eines Studiums klar benennen, was ein Student gelernt hat und – noch viel lächerlicher – was er in einem späteren Job benötigen wird.

Nicht umsonst sind Plastikwörter wie „Kompetenz“ so nichtssagend – sie treffen auf alles und nichts zu. Wer ein wissenschaftliches Studium durchläuft, wird sich natürlich alle möglichen Kompetenzen aneignen. Aber das passiert von ganz alleine, und es kommt auf jeden einzelnen Studenten an wie er oder sie diese Fähigkeiten einsetzen wird. Egal wo.