studilux – Das Magazin für akademische Bildung


Archive for the ‘Abitur’

Zur Sozialerhebung

Mai 10, 2010 By: Vera Category: Abitur, Allgemeines, Finanzierung, Praktikum und Job, Studium No Comments →

Die neue Sozialerhebung des deutschen Studentenwerks gibt weiterhin Anlass zur Sorge: trotz leicht verbesserter Zahlen ist die prozentuale Aufteilung ernüchternd: „Von 100 Akademiker-Kindern studieren 71, von 100 Nicht-Akademiker-Kindern nur 24.“ Die Antworten auf die Frage, warum sich eine direkte Verknüpfung zwischen sozialer Herkunft und Bildungsstatus so stabil aufzeigen lässt, sind nicht einfach.

Mit Sicherheit lassen sich nur kleine Teilantworten geben: die Studiengebühren spielen eine Rolle, und hier vor allem die Mehrbelastung durch Nebenjobs, um das Studium finanzieren zu können. Das BAFöG ist gleichbleibend zu niedrig um diese Kosten aufzufangen. Und die Entscheidung, wer einen höheren Bildungsweg einschlagen soll, wird eindeutig viel zu früh gefällt. Selbst wenn man nur mit Anekdotenwissen bewaffnet ist, leuchtet das ein. Wie viele Schulkameraden und Freunde kennt Ihr, die erst ab der neunten oder zehnten Klasse richtig gut geworden sind? Wie viele, die am Anfang der Gymnasialzeit nur Mittelmaß waren, um dann sehr gute Noten zu schreiben? For what it’s worth: ich kannte einige, mich selbst eingeschlossen.

Leider wird in diesem Land sehr vielen Kindern nie die Chance gegeben, herauszufinden ob sie sich für die Wissenschaft begeistern könnten. Und man kann nur hoffen, dass sich die Verantwortlichen im 21. Jahrhundert etwas mehr einfallen lassen als überaus schlecht designte Internetseiten.

Vom Tiefer-Ins-Glas-Schauen

Mai 07, 2010 By: Vera Category: Abitur, Allgemeines, Studium No Comments →

Im Thema der Woche steht heute Lenas interessanter Artikel zu einem Phänomen, das, wenn vielleicht nicht totgeschwiegen, so doch massiv ignoriert wird. Woran liegt das eigentlich? Selbst zu einem Zeitpunkt, als sich sämtliche Medien in ihrer Berichterstattung zu Koma-Saufen und Flat-Rate-Partys fast überschlugen, wurde die Gruppe der Studenten was übermäßigen Alkoholkonsum angeht komplett ignoriert.

Natürlich ist es auch ein großes Problem, dass Jugendliche immer früher zu trinken anfangen, und – was fast noch erschreckender ist – sich ein Diskurs unter Gleichaltrigen etabliert hat, der in seiner Gleichsetzung von “Betrinken” und “Cool-Sein” fast nicht mehr auszuhebeln ist. Ich erinnere mich noch lebhaft an meine Schulzeit, in der sich die Pausengespräche mindestens seit der 8. Klasse um Wochenendeskapaden drehten, die mit exzessivem Trinken und Feiern gespickt waren. Zum großen Teil war das sicherlich entweder erfunden oder großzügig übertrieben. Aber das ist gar nicht der Punkt gewesen: der Punkt war, dass mir und meinen Klassenkameraden schon mit 14 Jahren ständig suggeriert wurde, Alkohol wäre der Königsweg um respektiert zu werden und erwachsen zu wirken.

Und hat sich das im Studium wirklich so stark geändert? Wir sind jetzt alle erwachsen, aber es scheint immer noch exzessive Partys, und vor allem die Erzählungen davon, zu brauchen, dass wir uns das auch gegenseitig abnehmen. Dadurch wird uns aber der Blick völlig verstellt, wenn es darum geht, wirkliche Probleme mit Alkohol zu erkennen. Vielleicht sollten wir uns alle öfter daran erinnern, dass auch Studenten ohne Alkohol Spass haben können.

Ganztagsschule, Ganztagsstress?

April 23, 2010 By: Vera Category: Abitur, Allgemeines, Pressemitteilung No Comments →

Wann immer über Bildung diskutiert wird, muss man nicht lange warten, bis das Thema Ganztagsschule erwähnt wird. Ein Lieblingsargument all jener, die das jetzige Schulsystem als zu  unpersönlich empfinden und die überfüllten Lehrpläne geißeln.

Dagegen wird die Ganztagsschule als eine Alternative ins Feld geführt, die es den Schülern ermöglichen soll, verschiedene Aktivitäten am Nachmittag wahrzunehmen, die auch entspannen und – siehe Musik oder Kunstangebote – zu einer umfassenden Bildung beitragen, die nicht nur den Mathematikunterricht hochhält.

Einige dieser Punkte machen die Ganztagsschule sicherlich attraktiv. Aber dennoch drängt sich die Frage auf, ob sich hier nicht in die Richtung einer Chimäre geflüchtet wird – und die heißt Nachmittagsunterricht! – die wettmachen soll, was unser dreigliedriges Schulsystem an sozialen Ungerechtigkeiten und permanenten Stress und Leistungsdruck produziert.

Viele der Möglichkeiten, die eine Ganztagsschule anbieten würde, müsste auch in den bestehenden Schulen umzusetzen sein. Es geht mir nicht darum, Ganztagsschulen abzulehnen, aber im deutschen Schulsystem muss ein durchgreifender Wandel dringend passieren – und das muss eine völlige Neuorganisation bedeuten. Lediglich Ganztagsunterricht einzuführen wird da nicht reichen, noch dazu wenn die Befürchtung durchaus angebracht ist, dass die nachmittäglichen Stunden mit noch mehr Unterrichtsstunden vollgepackt werden, anstatt einen Ausgleich anzubieten.

Eine umfassende Diskussion, wie sie jetzt die Uni Potsdam anstößt ist also absolut notwendig.

Es gibt ein Leben nach dem Abi!

April 16, 2010 By: Lena Category: Abitur, Allgemeines, Erstsemester und Studienbeginn No Comments →

Jetzt glühen die Köpfe zahlreicher Schüler, die in diesen Tagen ihr Abitur hinter sich bringen. Ich erinnere mich noch genau, wie ich mich damals gefühlt habe, während ich am Schreibtisch über meinen Büchern gebrütet und angespannt auf den Beginn der Prüfung gewartet habe. Jetzt bloß alles gut über die Bühne bringen, auf das man lange hingearbeitet hat und gleichzeitig die Frage, was wohl anschließend kommen wird.
Zuerst einmal feiern, klar, dann auch wieder Zeit für die kleinen, schönen Dinge des Lebens haben, die in der Vorbereitungszeit zu kurz gekommen sind, vielleicht ein Urlaub und dann?
Während man lange Zeit in einem System mit klaren Strukturen eingebunden war, wird man auf einmal  in die Freiheit entlassen und muss sich neu orientieren. Eine Orientierungsphase, die sich nach Studienabschluss übrigens wiederholt und, meiner Meinung nach, auch mit ein paar Jährchen mehr auf dem Buckel keineswegs leichter zu bewältigen ist.  Auch hier sind die Möglichkeiten schließlich zahlreich, erst recht, wenn man nicht auf einen bestimmten Beruf hin studiert hat.
Bei Jungs steht nach der Schule häufig zunächst mal der Bund oder der Zivildienst auf dem Programm. Auch andere wissen schon ziemlich konkret, wie es für sie erst einmal weitergeht.
Eins ist dabei sicher: Egal welchen Weg man einschlägt, er wird sicherlich ganz anders sein als die Schule. Auch wenn man sich sofort nach dem Abitur entschließt ein Studium aufzunehmen, stellt man schnell fest, dass der Deutschunterricht keinesfalls nahtlos in einem Germanistikstudium fortgesetzt wird und das Biologieunterricht was anderes ist als ein Biologiestudium.
Ich erinnere mich noch genau an unser erstes Stufentreffen nach dem Abitur. Einer hat von seinem Zivildienst in Israel berichtet, einige hatten eine Lehre aufgenommen, andere waren für ihr Studium in eine andere Stadt gezogen und haben von WG-Partys und kauzigen Professoren berichtet und manche waren als AuPair im Ausland und über Weihnachten ein paar Tage zu Hause bei der Familie.
Auf jeden Fall waren wir alle um ein paar wichtige Erfahrungen reicher und hatten viel zu erzählen. Das ist ja das Gute an Umbruchsituationen: Es sind sehr spannende, wenn auch nicht immer ganz einfache Zeiten. Du solltest dich also auf die Zeit nach dem Abitur freuen :-) !

Das Grauen der Erstsemester

April 14, 2010 By: Simone Category: Abitur, Erstsemester und Studienbeginn, Studium No Comments →

Erinnern wir uns nicht alle gern zurück an die Zeit, als das Abitur endlich geschafft und jede Menge Partys und Freizeit in Aussicht standen? Tja, die ging wohl ziemlich schnell vorbei.
Kaum wagt man sich dann an etwas neues und fängt an zu studieren, muss man wieder ganz von vorne beginnen. Während in der Schule die Kleinen noch zu uns hoch sahen (jedenfalls bildete man sich das gern ein) und die Lehrer, zumindest manche, schon fast zu Kumpels wurden, ist jetz alles wieder anders. Das erinnert mich schon sehr an die Zeit als Erstklässler, als man so gar nicht wusste, was da auf einen zukommt.
Die alten Bummelstudenten schauen dich mitleidig an, wenn du den richtigen Raum suchst oder nach einigermaßen aussagekräfigten Informationen Ausschau hälst. Es überkommt einen das Gefühl, dass das erste Aussieben von Studenten nicht mit den Prüfungen, sondern schon mit dem ersten Tag des Semesters beginnt. Nur wer sich in dem ganzen Quaos zurecht findet, kommt durch.
Erst mit der Zeit begreift man dann auch, dass es allen so geht und man wenigstens nicht allein ist, mit seiner Orientierungslosigkeit. Letzendlich vergeht die Zeit als Erstsemester schneller, als man glaubt. Wie im übrigen auch die darauf folgenden Semester. Leider gilt das aber auch für die schöne Zeit, vor allem während der Semesterferien. :D

Wohin mit dem Numerus Clausus?

April 07, 2010 By: Simone Category: Abitur, Erstsemester und Studienbeginn, Karriere, Studium No Comments →

Nachdem unser Gesundheitsminister das Thema gerade angesprochen hat, möchte ich heute mal auf den allseits verhassten Numerus Clausus eingehen. Aufgrund des anstehenden Ärztemangels wurde ja die Forderung erhoben den NC abzuschaffen. Sicher ist: Mit seiner These, dass ein 1,0 Abi noch keinen guten Arzt garantiert, bzw. ein 3,0 Durchschnitt noch niemanden als Versager klassifiziert, hat er wohl recht. Auch die hohen Zahlen an Studienabbrechern, egal ob im Medizinstudium, bei den Juristen , BWLern, Psychologen und wo nicht noch überall, zeigen, dass kein NC dies verhindern kann. Nur weil man einen der begehrten Studienplätze errungen hat, heißt das noch lange nicht, dass auch jeder sein Studium eiskalt durchzieht, ganz egal, ob es ihm zusagt oder nicht. Im Zuge eines sich immer weiter verschärfenden Wettbewerbs um Studienplätze (siehe doppelter Jahrgang, der bald seinen Abschluss macht), wäre es an der Zeit, stärker um seine Studenten zu werben. Und bitte nicht nur um die Einserschüler! Nur weil man schlecht in Bio und Sport und vielleicht Physik war, disqualifiziert das doch noch niemanden Psychologie zu studieren.
Immerhin haben die Unis den Trend erkannt, indem verstärkt auf Auswahlprozesse durch Wissens- und Einstufungstests gesetzt wird. Auch wurden längst Reformen durchgesetzt, nach denen die Hochschulen sich ihre Studenten selber aussuchen dürfen.
Da erscheint doch der Numerus Clausus als Relikt einer längst vergangenen Epoche. Ihn abzuschaffen wäre wirklich keine Schande und sollte nicht nur für das Fach Medizin diskutiert werden. Die verantwortlichen Kultusminister der Länder sehen das derzeit leider noch etwas anders.
Neben den Studenten würden sich über eine Abschaffung des NC vor allem die Österreicher freuen, die sich schon seit längerem von deutschen NC-Flüchtlingen überrannt fühlen.

Neues auf studilux

März 24, 2010 By: Simone Category: Abitur, Allgemeines, Entwicklung, Karriere, Praktikum und Job, Studium, studilux-News No Comments →

Es ist Euch sicher schon aufgefallen, aber vorsichtshalber erwähne ich es hier trotzdem noch einmal ;)
Seit Neuestem bieten wir Euch noch mehr die Gelegenheit, Euch auf studilux einzubringen. Dazu könnt ihr Euch in unserem Forum zu Artikeln auf studilux äußern, miteinander diskutieren, Kritik aber natürlich auch Lob anbringen. :D
Doch das ist natürlich noch nicht alles: Unser Schwarzes Brett bietet Euch die Möglichkeit, Inserate aufzugeben, z.B. wenn Ihr einen neuen Mitbewohner in Eurer WG sucht, ein Praktikum braucht, eine Mitfahrgelegenheit sucht oder einfach nur über die Uni, Bücher oder Sport quatschen wollt.
Also: Haut in die Tasten und viel Spaß!!!!

Zwischenzeit

Februar 25, 2010 By: Vera Category: Abitur, Allgemeines, Entwicklung, Karriere No Comments →

Manchmal scheint die einzige Motivation, sich beim Lernen für das Abi zusammenzureißen, die Zeit danach zu sein: Feiern, Entspannen, Reisen und Nichtstun sind in dieser mythischen Zeit zwischen Abitur und Studium oder Ausbildung angesagt. Aber auch wenn man nicht gleich ein ganzes gap year plant, muss man sich leider in dieser eigentlich unbelasteten Zwischenzeit mit wichtigen organisatorischen Fragen beschäftigen. Natürlich möchte jeder, der die stressige Schulzeit gerade hinter sich gebracht hat, nicht gleich wieder an das noch viel stressigere Studium denken.

Aber es handelt sich eben um eine extrem wichtige Entscheidung, die deinen ganzen späteren Lebensweg beeinflussen wird. Deswegen solltest du die freie Zeit nutzen, um dich ausführlich zu informieren. Der Leitfaden „Abitur bis Studium“ ist ein guter Startpunkt, von dem aus eine Fülle von Fragen und Themen nachgelesen werden können.

Nach dem Abi ist vor der Orientierungslosigkeit?

Februar 10, 2010 By: Vera Category: Abitur, Allgemeines No Comments →

Unzureichend – so fühlen sich Schüler und Schülerinnen laut einer neuen HIS-Umfrage (Quelle: www.his.de) informiert, wenn es darum geht die Studien- und Ausbildungsmöglichkeiten nach dem Abitur auszuloten. Dabei hatten die Ergebnisse auch schon bei den Abschlussjahrgängen 2004/05 und 2005/06 ähnlich ausgesehen. Das Internet ist dabei eine der wichtigsten Informationsquellen, was ja auch bedeutet, dass man ziemlich viel Eigeninitiative mitbringen muss um an Informationen zu kommen, die einem auch weiterhelfen.

Es scheint mir auf jeden Fall ziemlich normal zu sein, dass man – wenn es einen denn an die Uni treibt – recht verloren vor dem riesigen Angebot von Studiengängen steht. Dabei lohnt es sich wirklich, tiefer zu graben und nicht nur die offensichtlichen Angebote in Betracht zu ziehen. Vielleicht gibt es ja irgendwo ein Orchideenfach das genau zu dir passt? Generell ist es immer sinnvoller nach deinen eigenen Interessen zu forschen und keine Zeit darauf zu verschwenden, den perfekten Beruf herauszufinden, der garantiert immer nachgefragt sein wird.

Eines ist absolut sicher: Märkte ändern sich. Bis du mit deinem Studium fertig bist, stellt sich vielleicht die einst sichere Bank als ein Job unter vielen heraus.

Also das studieren was Spaß macht – jetzt musst du nur noch herausfinden was

Wohnst du schon oder suchst du noch?

Februar 02, 2010 By: Simone Category: Abitur, Allgemeines No Comments →

Endlich ausziehen – denken sich viele, nachdem das Abitur bestanden und alle Feierlichkeiten langsam abgeklungen sind. Die Suche nach einer Uni beginnt, aber selbst wenn man sich für eine nahe gelegene Hochschule entschieden hat, ist es auf einmal unzumutbar, noch zu Hause bei den Eltern zu wohnen.
Der neu gewonnenen Freiheit als Student soll schließlich nichts mehr im Wege stehen und da gehört eine eigene Wohnung eben einfach dazu.
Allerdings fangen hier schon die Schwierigkeiten an und die Suche nach der richtigen Uni erscheint plötzlich als Kleinigkeit gegenüber sich neu auftürmenden Fragen: Wie kann ich mich um ein Zimmer im Studentenwohnheim bewerben und bekomme ich dort auch rechtzeitig einen Platz? Wohne ich lieber in einer WG, aber wie finde ich die richtigen Mitbewohner? Und wie bekomme ich in einer Großstadt wie München auf dem freien Wohnungsmarkt überhaupt eine einigermaßen bezahlbare Wohnung?
Fragen über Fragen, auf die ich auch keine Antwort geben kann, aber zumindest die richtigen Infos, wie und wo man als Student so leben kann und wohin du dich wenden kannst, die verrate ich dir und damit ist die erste Hürde auch schon überwunden. :D