Hochleistungsstudent vs. Studienabbrecher
Galt früher noch das Bild vom verschlafenen Bummelstudenten mit dem Ideal der Weltverbesserung, so hat sich dieses grundlegend gewandelt:
Der Trend des Hochleistungsstudenten scheint in jüngster Zeit ungebrochen zu sein. Sobald das Abitur bestanden ist, wird maßgeblich am Lebenslauf gefeilt, Praktikum an Praktikum gereiht, um neben Bestnoten auch Praxis vorweisen zu können. Die neuen verschulten Bachelorstudiengänge befördern diesen Trend, sich einzuordnen in ein vorgegebenes System und dieses in möglichst kurzer Zeit, möglichst erfolgreich zu bestehen.
Wo aber bleibt die Individualität, wo kreatives Ausprobieren, wenn doch alle Stationen perfekt geplant und durchlaufen werden müssen? Wer da nicht mehr mitkommt, sich dem vermeintlich gesellschaftlichen, unaufhörlich wachsendem Druck nicht mehr gewachsen fühlt, der bleibt auf der Strecke.
Das Studium abzubrechen erscheint vielen als Rettungsring, vor Druck und Stress zu fliehen. Der Studienabbruch scheint als vermeintliches “Manko” im Lebenslauf nach einer Studie des HIS kein Argument zu sein.
So wurde hier nachgewiesen, dass die Zahl der Abbrecher besonders in den Bachelor und Masterstudiengängen besonders hoch ist und der Abbruch noch sehr früh im Studium erfolgt. (Quelle: www.his.de)
Die vielgenannten prominenten Studienabbrecher (von Günther Jauch bis Bill Gates) mögen da vielleicht Mut machen, wirklich helfen tut das niemandem, der vor der schwierigen Entscheidung steht alles hinzuwerfen.
Eher ist es vielleicht die Tatsache, die so manchen trösten mag, dass der glatte Superstudent ohne Ecken und Kanten mit perfekter Lebensplanung so manchen Personaler nicht von sich überzeugen kann, gerade weil es ihm an dererlei Erfahrungen, sich mit Rückschlägen auseinanderzusetzen, mangelt.


