studilux – Das Magazin für akademische Bildung


Was Studien so nicht sagen

11. März 2010, Kein Kommentar → Von: Simone Kategorie: Entwicklung, Erstsemester und Studienbeginn, Karriere, Studium

In Zeiten, in denen Studenten auf die Straße gehen, um gegen Studiengebühren und Studienreformen zu demonstrieren, sollte man meinen, die Zahlen der neu angemeldeten Studenten würden eher sinken. Anscheinend sind die Meldungen über besetzte Hörsäle und ein wachsendes Arbeitspensum gestresster Studenten aber doch nicht so abschreckend, wie eine neue Befragung des HIS zeigt.
Demnach ist der Trend sinkender Studierquoten gestoppt und auch Abiturienten aus “hochschulfernen Elternhäusern” immatrikulieren sich vermehrt.
Dass sich damit die immer wieder bemängelten herkunftsspezifischen Unterschiede an den Hochschulen verringern, ist natürlich eine schöne Nachricht. Die Gründe, wieso das so ist, wurden aber nicht untersucht.

Es ist nicht schwer, einen Zusammenhang zwischen Wirtschaftskrise, Zukunftängsten und wachsendem Leistungsdruck, sich in der Gesellschaft zu behaupten, auszumachen. Schließlich ist es unmöglich, den Debatten über unzumutbar niedrige Gehälter, nahe dem Hartz IV Niveau und laufenden Horrorszenarien über Dauerarbeitslosigkeit und Armut im Alter zu entgehen.
Und ganz ehrlich, es ist nicht schön, sich an seiner Abiturfeier in einer Rede vom Schuldirektor anhören zu müssen, wie düster unsere Zukunftsaussichten sind!

Geht diese Entwicklung mit gutausgebildeten Akademikern und hochmotiviertem Spitzenpersonal einher, ist ja alles wunderbar! Die Berichte von überforderten Studenten, die sich dem wachsenden Druck nicht mehr gewachsen sehen und psychische Probleme bekommen, zeigen aber ein ganz anderes Bild auf.

Plädoyer für die Geisteswissenschaften

04. März 2010, Kein Kommentar → Von: Vera Kategorie: Erstsemester und Studienbeginn, Karriere, Praktikum und Job, Studium

Manchmal kommt es einem so vor, als würde man als Geisteswissenschaftler an einer Art permanenten Katzentisch sitzen: regelmäßig informieren Rankings darüber, wie wenig gefragt man sei, Stellenangebote sind formuliert als gebe es einen nicht, und Reaktionen in der Verwandtschaft wie auf WG-Partys reichen von verständnislos bis mitleidig.

Heißt das aber, man sollte erst gar kein geisteswissenschaftliches Studium beginnen? Das hieße sich einem unbegründeten Hype anzuschließen, der im Moment nur die naturwissenschaftlichen Disziplinen mit gesellschaftlichem Ansehen auszeichnet. Es hieße auch, der Chimäre eines Studiums mit klarer Berufsausrichtung auf den Leim zu gehen – das de facto nicht existiert, trotz aller Bolognabemühungen dies zu ändern.

Es gibt nämlich schlichtweg kein Hochschulstudium, das direkt auf den einen, klar definierten Beruf vorbereitet. Dafür ist es ja ein Studium an einer Universität, das schließlich theoretisches Wissen vermitteln soll. Außerdem sind die Zeiten, in denen man überhaupt einen bestimmten Beruf (von Ausnahmen wie Jurist oder Mediziner einmal abgesehen) anstrebte, eindeutig vorbei. Auch ein Informatikstudium schützt einen nicht davor, verschiedenste Tätigkeitsbereiche abdecken zu müssen.

Mir liegt es fern, Horrorszenarien zu skizzieren. Ich möchte nur auf ein Phantasma hinweisen, das Geisteswissenschaftlern mit Hingabe vorgehalten wird, während es in der Tat alle Studenten betrifft. Es ist das Kompetenzgespenst, das im Moment alle umzutreiben scheint. Es ist die Illusion zu glauben, man könnte am Ende eines Studiums klar benennen, was ein Student gelernt hat und – noch viel lächerlicher – was er in einem späteren Job benötigen wird.

Nicht umsonst sind Plastikwörter wie „Kompetenz“ so nichtssagend – sie treffen auf alles und nichts zu. Wer ein wissenschaftliches Studium durchläuft, wird sich natürlich alle möglichen Kompetenzen aneignen. Aber das passiert von ganz alleine, und es kommt auf jeden einzelnen Studenten an wie er oder sie diese Fähigkeiten einsetzen wird. Egal wo.

Zwischenzeit

25. Februar 2010, Kein Kommentar → Von: Vera Kategorie: Abitur, Allgemeines, Entwicklung, Karriere

Manchmal scheint die einzige Motivation, sich beim Lernen für das Abi zusammenzureißen, die Zeit danach zu sein: Feiern, Entspannen, Reisen und Nichtstun sind in dieser mythischen Zeit zwischen Abitur und Studium oder Ausbildung angesagt. Aber auch wenn man nicht gleich ein ganzes gap year plant, muss man sich leider in dieser eigentlich unbelasteten Zwischenzeit mit wichtigen organisatorischen Fragen beschäftigen. Natürlich möchte jeder, der die stressige Schulzeit gerade hinter sich gebracht hat, nicht gleich wieder an das noch viel stressigere Studium denken.

Aber es handelt sich eben um eine extrem wichtige Entscheidung, die deinen ganzen späteren Lebensweg beeinflussen wird. Deswegen solltest du die freie Zeit nutzen, um dich ausführlich zu informieren. Der Leitfaden „Abitur bis Studium“ ist ein guter Startpunkt, von dem aus eine Fülle von Fragen und Themen nachgelesen werden können.

Vom Schreiben und Schreibblockaden

19. Februar 2010, Kein Kommentar → Von: Vera Kategorie: Allgemeines

Prokrastination ist im Studium eine Gefahr, die eigentlich immer hinter der nächsten Ecke lauert, meistens in Form von endlosem Kaffeetrinkengehen und Youtubemarathonen. Aber nie ist es verlockender und einfacher Arbeit aufzuschieben und in Zeitnot zu geraten als bei jener Beschäftigung, bei der regelmäßig die halben Semesterferien draufgehen: Hausarbeiten.

Schreibschwierigkeiten zu haben ist eigentlich relativ normal. Am Anfang einer jeden Hausarbeit steht die verzweifelte Erkenntnis, dass die Recherche mal wieder viel zu viel Material zu Tage gefördert hat und man keine Ahnung hat, wie eine sinnvolle Gliederung aus diesem Wust an Wissen gebastelt werden soll. Die Herausforderung heißt also erst einmal: eine Einengung des Themas finden und die Punkte herausarbeiten die dafür zentral sind.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es anfangs eigentlich nie zu eng und nie zu wenig Punkte sein können. Es ist mir noch nie passiert, dass mir zu wenig für einen Gliederungspunkt eingefallen wäre. Die ständige Gefahr ist stattdessen die Ausuferung und Zerfaserung vom Hundertsten ins Tausendste. Je präziser und klarer das Themenfeld umrissen ist, desto besser.

Eine weitere Erleichterung des Schreibprozesses, die mir tatsächlich erst recht spät – bei meiner Bachelorarbeit ;) –  in meinem Studium eingefallen ist, ist das Verfassen von Stichpunkten bei den einzelnen Gliederungspunkten. Und damit meine ich nicht zu Beginn, da man während der Recherche sowieso ständig Notizen macht und teilweise schon Unterpunkten zuordnet.

Sondern ich meine ziemlich am Schluss, wenn man kurz davor ist mit dem Schreiben anzufangen und die Fülle von Thesen und Argumenten bereits präsent und erarbeitet hat. Denn jetzt muss man sie ja eigentlich nur noch aufschreiben, oder?

Gerade an diesem Punkt können leicht Schwierigkeiten entstehen. Denn gerade weil schon sehr viel Arbeit getan wurde, ist es schwer anzufangen. Wie alles unterbringen und ordnen? Hier finde ich es wahnsinnig hilfreich unter jeden Unterpunkt (also z.B. 1.1) sehr grobe und abstrakte Stichpunkte zu setzen. Es reichen wirklich nur ein paar Stichwörter. Denn man gerät sehr leicht in die Ausformulierungsfalle: schon ist man dabei nach dem perfekten Ausdruck und der besten Satzkonstruktion zu suchen. Dabei ist man aber schon längst drin im Schreibprozess und tut sich dem entsprechend schwer, etwas Sinnvolles zu Papier zu bringen.

Wenn man sich stattdessen nur Stichwörter aufschreibt, ist man dazu gezwungen sehr abstrakt und präzise zu benennen, worin es in dem Gliederungspunkt wirklich gehen soll. Man wird automatisch die Kernargumente aufzählen und das ganze Drumherum (wie Einleiten in die Thematik, Analyse, Beispiele, Verweise auf andere Punkte) fällt erst mal weg. All diese Sachen werden sich sowieso im Laufe der Argumentation ergeben, da ein Punkt in den anderen überleitet.

Wichtig ist zuerst, die Hürde vor dem Schreiben der Arbeit so niedrig wie möglich zu halten. Je weniger du das Gefühl hast, jetzt einen riesigen Schritt tun zu müssen, desto leichter wirst du anfangen können zu schreiben.

Nicht immer nur Erasmus

15. Februar 2010, Kein Kommentar → Von: Simone Kategorie: Allgemeines, Kurioses

Auslandsaufenthalte schön und gut – aber muss es denn immer Erasmus sein?
Zwar hat sich das Auslandssemester an Deutschlands Unis bereits zum must-have entwickelt, aber die meisten nehmen eben doch lieber den leichten Weg und lassen sich mit dem Erasmus Programm wohlbehütet durchs Auslandsjahr begleiten. Man erlebt natürlich auch im europäischen Raum so einiges und bereichert nicht nur seinen Lebenslauf, sondern auch seinen Horizont. Zum großen Kulturschock wird es mit diesem Auslandsaufenthalt light aber nicht kommen. Zu leicht wird es den Studenten gemacht, sich nur in der heilen Erasmus Welt aufzuhalten, ohne dabei groß mit Einheimischen in Berührung zu kommen.
Warum also nicht mal ein bisschen Abwechslung? Etwas mehr Abenteuer und weniger Partys werden wohl niemandem schaden.
Den wahren Kulturschock dürften Stadtverwöhnte beim Stallausmisten, während eines Farmaufenthaltes in Neuseeland bekommen. Auch Natur- oder Tierschutzprojekte fernab der Heimat stellen neue Herausforderungen dar und liefern nebenbei wertvolle praktische Erfahrungen.
An Angeboten sollte es nicht mangeln. Wer sich mit etwas Zeit an die Sache ranmacht, findet im Nu Sprachkurse, abwechslungsreiche Jobs und die passende finanzielle Unterstützung. Das mag zwar weniger bequem sein, wie so manches Rundumpaket, macht deinen Auslandsaufenthalt aber zu einem einzigartigen Erlebnis.

Ode an das Start-up

11. Februar 2010, Kein Kommentar → Von: Simone Kategorie: Allgemeines, Team, starting up

In wirtschaftlich schwierigen Zeiten sehnen sich viele nach einem sicheren Arbeitsplatz, das Höchste der Gefühle mag sogar die Verbeamtung sein.
Was also treibt Studenten an, nach ihrer Studienzeit und damit wohl meist finanziell klammer Lage die Selbstständigkeit zu wagen? Vielleicht sind es Träume vom großen Erfolg mit einhergehendem Reichtum, zumindest aber von der großen Freiheit – Arbeiten ohne Chef, ohne Druck.
Dass die Wirklichkeit meistens anders ausschaut, kann man auch ganz gut an einem sympathischen start-up in der Theresienstraße sehen, ihr wisst sicher schon, welches ich meine. ;)
Trotz schönstem Sonnenschein oder eher wie momentan bestem Skiwetter ruft da die Arbeit. Einfach so Urlaub nehmen, wie als unselbstständiger Arbeitnehmer geht eben nicht, wenn wichtige Termine anstehen oder man in Arbeit versinkt.
Und vielleicht ist es auch schön, immer sein eigener Chef zu sein, allerdings lastet auch von Anfang an sämtliche Verantwortung auf dir und wie bei anderen Jobs kann man sich eben nicht darauf berufen, noch neu zu sein und erst Erfahrungen sammeln zu müssen. Sonst ist man schnell weg vom Fenster, der rauen Unternehmenswelt. Auch Punkt fünf nach Hause gehen und dann die Arbeit Arbeit sein lassen, funktioniert so nicht.

Wieso sollte man sich also diesen ganzen Stress antun – und dabei häufig noch ein Risiko eingehen?
Die Antwort ist vermutlich ganz einfach, denn wo sonst kann man in so großem Maße seine eigenen Vorstellungen einbringen und durchsetzen, wo genau das machen, was man für richtig und sinnvoll hält und dabei noch das machen, was einem Spaß macht? Genau, in der Selbstständigkeit, mit seinem eigenen kleinen start-up.

Nach dem Abi ist vor der Orientierungslosigkeit?

10. Februar 2010, Kein Kommentar → Von: Vera Kategorie: Abitur, Allgemeines

Unzureichend – so fühlen sich Schüler und Schülerinnen laut einer neuen HIS-Umfrage (Quelle: www.his.de) informiert, wenn es darum geht die Studien- und Ausbildungsmöglichkeiten nach dem Abitur auszuloten. Dabei hatten die Ergebnisse auch schon bei den Abschlussjahrgängen 2004/05 und 2005/06 ähnlich ausgesehen. Das Internet ist dabei eine der wichtigsten Informationsquellen, was ja auch bedeutet, dass man ziemlich viel Eigeninitiative mitbringen muss um an Informationen zu kommen, die einem auch weiterhelfen.

Es scheint mir auf jeden Fall ziemlich normal zu sein, dass man – wenn es einen denn an die Uni treibt – recht verloren vor dem riesigen Angebot von Studiengängen steht. Dabei lohnt es sich wirklich, tiefer zu graben und nicht nur die offensichtlichen Angebote in Betracht zu ziehen. Vielleicht gibt es ja irgendwo ein Orchideenfach das genau zu dir passt? Generell ist es immer sinnvoller nach deinen eigenen Interessen zu forschen und keine Zeit darauf zu verschwenden, den perfekten Beruf herauszufinden, der garantiert immer nachgefragt sein wird.

Eines ist absolut sicher: Märkte ändern sich. Bis du mit deinem Studium fertig bist, stellt sich vielleicht die einst sichere Bank als ein Job unter vielen heraus.

Also das studieren was Spaß macht – jetzt musst du nur noch herausfinden was

Hochleistungsstudent vs. Studienabbrecher

05. Februar 2010, Kein Kommentar → Von: Simone Kategorie: Allgemeines, Entwicklung

Galt früher noch das Bild vom verschlafenen Bummelstudenten mit dem Ideal der Weltverbesserung, so hat sich dieses grundlegend gewandelt:
Der Trend des Hochleistungsstudenten scheint in jüngster Zeit ungebrochen zu sein. Sobald das Abitur bestanden ist, wird maßgeblich am Lebenslauf gefeilt, Praktikum an Praktikum gereiht, um neben Bestnoten auch Praxis vorweisen zu können. Die neuen verschulten Bachelorstudiengänge befördern diesen Trend, sich einzuordnen in ein vorgegebenes System und dieses in möglichst kurzer Zeit, möglichst erfolgreich zu bestehen.

Wo aber bleibt die Individualität, wo kreatives Ausprobieren, wenn doch alle Stationen perfekt geplant und durchlaufen werden müssen? Wer da nicht mehr mitkommt, sich dem vermeintlich gesellschaftlichen, unaufhörlich wachsendem Druck nicht mehr gewachsen fühlt, der bleibt auf der Strecke.

Das Studium abzubrechen erscheint vielen als Rettungsring, vor Druck und Stress zu fliehen. Der Studienabbruch scheint als vermeintliches “Manko” im Lebenslauf nach einer Studie des HIS kein Argument zu sein.
So wurde hier nachgewiesen, dass die Zahl der Abbrecher besonders in den Bachelor und Masterstudiengängen besonders hoch ist und der Abbruch noch sehr früh im Studium erfolgt. (Quelle: www.his.de)
Die vielgenannten prominenten Studienabbrecher (von Günther Jauch bis Bill Gates) mögen da vielleicht Mut machen, wirklich helfen tut das niemandem, der vor der schwierigen Entscheidung steht alles hinzuwerfen.

Eher ist es vielleicht die Tatsache, die so manchen trösten mag, dass der glatte Superstudent ohne Ecken und Kanten mit perfekter Lebensplanung so manchen Personaler nicht von sich überzeugen kann, gerade weil es ihm an dererlei Erfahrungen, sich mit Rückschlägen auseinanderzusetzen, mangelt.

Wohnst du schon oder suchst du noch?

02. Februar 2010, Kein Kommentar → Von: Simone Kategorie: Abitur, Allgemeines

Endlich ausziehen – denken sich viele, nachdem das Abitur bestanden und alle Feierlichkeiten langsam abgeklungen sind. Die Suche nach einer Uni beginnt, aber selbst wenn man sich für eine nahe gelegene Hochschule entschieden hat, ist es auf einmal unzumutbar, noch zu Hause bei den Eltern zu wohnen.
Der neu gewonnenen Freiheit als Student soll schließlich nichts mehr im Wege stehen und da gehört eine eigene Wohnung eben einfach dazu.
Allerdings fangen hier schon die Schwierigkeiten an und die Suche nach der richtigen Uni erscheint plötzlich als Kleinigkeit gegenüber sich neu auftürmenden Fragen: Wie kann ich mich um ein Zimmer im Studentenwohnheim bewerben und bekomme ich dort auch rechtzeitig einen Platz? Wohne ich lieber in einer WG, aber wie finde ich die richtigen Mitbewohner? Und wie bekomme ich in einer Großstadt wie München auf dem freien Wohnungsmarkt überhaupt eine einigermaßen bezahlbare Wohnung?
Fragen über Fragen, auf die ich auch keine Antwort geben kann, aber zumindest die richtigen Infos, wie und wo man als Student so leben kann und wohin du dich wenden kannst, die verrate ich dir und damit ist die erste Hürde auch schon überwunden. :D

Endspurte

29. Januar 2010, Kein Kommentar → Von: Vera Kategorie: Abitur, Allgemeines, Team

Inzwischen geht es ja nun langsam in den Endspurt zum Abi 2010 (wer sich noch unsicher sein sollte, die Termine findest du auf unserer Startseite ;) ) – und auf studilux gibt es auch eine Fülle von Informationen, die dir weiterhelfen deine Zeit gut einzuteilen und nicht in Panik zu verfallen.

Wahrscheinlich will niemand, der gerade auf das Abitur zusteuert, von einem „Ehemaligen“ der alles schon hinter sich hat, gesagt bekommen, dass alles halb so schlimm ist. Aber es ist so: das Abitur habe ich mir zehnmal schlimmer vorgestellt, als es dann tatsächlich ablief. Denn die tatsächliche Schwierigkeit des Abiturs liegt überhaupt nicht in den Inhalten der Prüfung selbst, sondern in der Bewältigung des enormen Drucks der auf diesem Tag liegt.

Die Prüfungsinhalte gehen meistens nicht sehr weit über das Niveau von den Schulaufgaben hinaus, die in der Kollegstufe geschrieben wurden. Es kommt also nichts auf dich zu, was dich komplett überfordern wird. Bei mir war die Vorstellung des Abiturs als eine Art unüberwindliche Hürde, die nur die oberen zehn Prozent meistern können, ziemlich tief verankert. Dabei wird ein sehr großer Teil der Schüler, die es in die Oberstufe geschafft haben, auch das Abitur gut bewältigen – es wird schließlich auf vorherigen Anforderungen aufgebaut.

Die Wahrscheinlichkeit, dass du im Abi auch in den Fächern gut abschneiden wirst, in denen du vorher gut warst, ist also sehr hoch. Und selbst in Fächern in denen du während der Oberstufe nicht brilliert hast, kannst du dich im Abi verbessern – indem du automatisch intensiver und systematischer lernst als auf alltägliche Schulaufgaben. Im Abi habe ich zum Beispiel viel besser in Bio abgeschnitten als in allen Schulaufgaben zuvor, weil ich durch das Bearbeiten von alten Abituraufgaben viel analytischer an die Aufgabenstellung herangegangen bin.

Wenn also der große Tag kommt: keine Panik! Es wird alles halb so schlimm.